Freitag, 9. Dezember 2011
Don't you forget about me, your creativity...
Ermattende Arbeit und körperliche Mangelzustände
mögen einstweilen die Initialzündung geben, für
einen Ausbruch in kreative Gefilde des menschlichen
Daseins.... zumindest habe ich es früher so gesehen..

Früher - das war vor 4-13 Jahren -früher schrieb
ich Gedichte, heute fasse ich die Bruchstücke meiner
mir verbliebenen Gedankenwelt in einem Blog zusammen.

Früher fotografierte ich mit Leidenschaft, nahm meine
Umwelt mit dem Auge des ewigen Wanderers wahr,
stets auf der Suche nach neuen Motiven oder
Arrangements - heute schweift mein Blick nach
innen, um mich von allem abzuwenden.

Früher gestaltete ich Logos und Layouts mit
lächerlich einfachen Hilfsmitteln in nächtelangen
Sitzungen am PC, heute bleibt mir nur die Position
des gaffenden und staunenden Interessenten...

Früher traumwandelte ich in den Wäldern der
Heimat, genoss es, jene fantastische Kulisse
zu erblicken, zu ertasten, mit allen Sinnen
wahrzunehmen und mit dem gesamten mir innewohnenden Enthusiasmus wertzuschätzen.

Heute rieselt nur noch der feine Staub der
Erinnerungen, welcher sich in die tiefen
Furchen des Reliefs meines Lebens legt...

Aber jene Lebenslinien erscheinen flach und formlos,
je häufiger man mit grobem Sandpapier oder
Hammer und Meißel darüberfährt.

Am Ende verbleibt eine stumpfe, konturlose
Oberfläche und das Unvermögen, hiermit jemals
wieder Erinnerungen und Emotionen aufzunehmen...

"Even starlight seems miserable
Fragile memories hurt my mind..."

(Sargeist - "returning to misery and comfort")

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Mittwoch, 30. November 2011
Träume (2008 ?)
Ein älteres Gedicht, eines der wenigen,
welches nicht gelöscht oder, sofern in
Papierform vorliegend, verbrannt wurde.

Den damaligen Gemütszustand kann ich
mittlerweile nur mehr erahnen:


"Mein Reich es ist ein Totenacker...
für jeden meiner bleichen Träume –
den ich einst mit lachend Antlitz dort vergrub..

Meine Hände furchen feuchten Lehm,
so wie jüngst rost'ger Stahl sich
in mein Fleisch verbiss..

Wunden nässen klamme Fetzen,
die das verhüllen,
was an Körperlichkeit mir blieb...

Will nur einmal noch, ein allerletztes Mal....

...traumwandelnd eines jungen
Tages Glanz genießen,
ein Lächeln schenken, Demut üben...

...der Gestirne Angesicht, das will ich preisen
und in die fernen Tiefen äonenalter Leere
meinen schwachen Ruf entsenden...

Will einmal nur noch.....

....Tränen küssen, welche nicht die meinen sind,
den sanften Druck von fremden Lippen
auf den meinen spüren,
ganz sacht in Händen halten,
was man mir niemals vergönnt
hat zu erlangen....

Will einmal nur noch...

frost'gen Atem hauchen,
wenn's mich auf reifbekränzten Schwingen
in tausend kalten Wintern
nach einer neuen Sonne sehnt...

Will einmal nur noch...

....Mensch sein, so wie ihr.. in euren Massen untergehen,
weil ich euch im Grunde doch beneide...

Nur ganz am Ende werd' ich...

..noch einmal - ein allerletztes Mal -
der Esse Glut entfachen...

im Funkenregen dann ein Herz
aus schwarzem Stahl mir schmieden
und es noch stets an meiner Brust verwahren,
wenn man mich auf off'nem Felde
auch längst hat aufgebahrt...

So bleibt nach meinem Tode,
in einer Walstatt aus Gebeinen,
ein stählern' Herz nicht ewig kalt,
die ersten Sonnenstrahlen schenken Wärme,
jenem, dem's im Leben niemals galt."


Totholz.

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