Freitag, 9. Dezember 2011
Don't you forget about me, your creativity...
sturmwanderer, 21:28h
Ermattende Arbeit und körperliche Mangelzustände
mögen einstweilen die Initialzündung geben, für
einen Ausbruch in kreative Gefilde des menschlichen
Daseins.... zumindest habe ich es früher so gesehen..
Früher - das war vor 4-13 Jahren -früher schrieb
ich Gedichte, heute fasse ich die Bruchstücke meiner
mir verbliebenen Gedankenwelt in einem Blog zusammen.
Früher fotografierte ich mit Leidenschaft, nahm meine
Umwelt mit dem Auge des ewigen Wanderers wahr,
stets auf der Suche nach neuen Motiven oder
Arrangements - heute schweift mein Blick nach
innen, um mich von allem abzuwenden.
Früher gestaltete ich Logos und Layouts mit
lächerlich einfachen Hilfsmitteln in nächtelangen
Sitzungen am PC, heute bleibt mir nur die Position
des gaffenden und staunenden Interessenten...
Früher traumwandelte ich in den Wäldern der
Heimat, genoss es, jene fantastische Kulisse
zu erblicken, zu ertasten, mit allen Sinnen
wahrzunehmen und mit dem gesamten mir innewohnenden Enthusiasmus wertzuschätzen.
Heute rieselt nur noch der feine Staub der
Erinnerungen, welcher sich in die tiefen
Furchen des Reliefs meines Lebens legt...
Aber jene Lebenslinien erscheinen flach und formlos,
je häufiger man mit grobem Sandpapier oder
Hammer und Meißel darüberfährt.
Am Ende verbleibt eine stumpfe, konturlose
Oberfläche und das Unvermögen, hiermit jemals
wieder Erinnerungen und Emotionen aufzunehmen...
"Even starlight seems miserable
Fragile memories hurt my mind..."
(Sargeist - "returning to misery and comfort")
mögen einstweilen die Initialzündung geben, für
einen Ausbruch in kreative Gefilde des menschlichen
Daseins.... zumindest habe ich es früher so gesehen..
Früher - das war vor 4-13 Jahren -früher schrieb
ich Gedichte, heute fasse ich die Bruchstücke meiner
mir verbliebenen Gedankenwelt in einem Blog zusammen.
Früher fotografierte ich mit Leidenschaft, nahm meine
Umwelt mit dem Auge des ewigen Wanderers wahr,
stets auf der Suche nach neuen Motiven oder
Arrangements - heute schweift mein Blick nach
innen, um mich von allem abzuwenden.
Früher gestaltete ich Logos und Layouts mit
lächerlich einfachen Hilfsmitteln in nächtelangen
Sitzungen am PC, heute bleibt mir nur die Position
des gaffenden und staunenden Interessenten...
Früher traumwandelte ich in den Wäldern der
Heimat, genoss es, jene fantastische Kulisse
zu erblicken, zu ertasten, mit allen Sinnen
wahrzunehmen und mit dem gesamten mir innewohnenden Enthusiasmus wertzuschätzen.
Heute rieselt nur noch der feine Staub der
Erinnerungen, welcher sich in die tiefen
Furchen des Reliefs meines Lebens legt...
Aber jene Lebenslinien erscheinen flach und formlos,
je häufiger man mit grobem Sandpapier oder
Hammer und Meißel darüberfährt.
Am Ende verbleibt eine stumpfe, konturlose
Oberfläche und das Unvermögen, hiermit jemals
wieder Erinnerungen und Emotionen aufzunehmen...
"Even starlight seems miserable
Fragile memories hurt my mind..."
(Sargeist - "returning to misery and comfort")
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Mittwoch, 30. November 2011
Träume (2008 ?)
sturmwanderer, 00:34h
Ein älteres Gedicht, eines der wenigen,
welches nicht gelöscht oder, sofern in
Papierform vorliegend, verbrannt wurde.
Den damaligen Gemütszustand kann ich
mittlerweile nur mehr erahnen:
"Mein Reich es ist ein Totenacker...
für jeden meiner bleichen Träume –
den ich einst mit lachend Antlitz dort vergrub..
Meine Hände furchen feuchten Lehm,
so wie jüngst rost'ger Stahl sich
in mein Fleisch verbiss..
Wunden nässen klamme Fetzen,
die das verhüllen,
was an Körperlichkeit mir blieb...
Will nur einmal noch, ein allerletztes Mal....
...traumwandelnd eines jungen
Tages Glanz genießen,
ein Lächeln schenken, Demut üben...
...der Gestirne Angesicht, das will ich preisen
und in die fernen Tiefen äonenalter Leere
meinen schwachen Ruf entsenden...
Will einmal nur noch.....
....Tränen küssen, welche nicht die meinen sind,
den sanften Druck von fremden Lippen
auf den meinen spüren,
ganz sacht in Händen halten,
was man mir niemals vergönnt
hat zu erlangen....
Will einmal nur noch...
frost'gen Atem hauchen,
wenn's mich auf reifbekränzten Schwingen
in tausend kalten Wintern
nach einer neuen Sonne sehnt...
Will einmal nur noch...
....Mensch sein, so wie ihr.. in euren Massen untergehen,
weil ich euch im Grunde doch beneide...
Nur ganz am Ende werd' ich...
..noch einmal - ein allerletztes Mal -
der Esse Glut entfachen...
im Funkenregen dann ein Herz
aus schwarzem Stahl mir schmieden
und es noch stets an meiner Brust verwahren,
wenn man mich auf off'nem Felde
auch längst hat aufgebahrt...
So bleibt nach meinem Tode,
in einer Walstatt aus Gebeinen,
ein stählern' Herz nicht ewig kalt,
die ersten Sonnenstrahlen schenken Wärme,
jenem, dem's im Leben niemals galt."

welches nicht gelöscht oder, sofern in
Papierform vorliegend, verbrannt wurde.
Den damaligen Gemütszustand kann ich
mittlerweile nur mehr erahnen:
"Mein Reich es ist ein Totenacker...
für jeden meiner bleichen Träume –
den ich einst mit lachend Antlitz dort vergrub..
Meine Hände furchen feuchten Lehm,
so wie jüngst rost'ger Stahl sich
in mein Fleisch verbiss..
Wunden nässen klamme Fetzen,
die das verhüllen,
was an Körperlichkeit mir blieb...
Will nur einmal noch, ein allerletztes Mal....
...traumwandelnd eines jungen
Tages Glanz genießen,
ein Lächeln schenken, Demut üben...
...der Gestirne Angesicht, das will ich preisen
und in die fernen Tiefen äonenalter Leere
meinen schwachen Ruf entsenden...
Will einmal nur noch.....
....Tränen küssen, welche nicht die meinen sind,
den sanften Druck von fremden Lippen
auf den meinen spüren,
ganz sacht in Händen halten,
was man mir niemals vergönnt
hat zu erlangen....
Will einmal nur noch...
frost'gen Atem hauchen,
wenn's mich auf reifbekränzten Schwingen
in tausend kalten Wintern
nach einer neuen Sonne sehnt...
Will einmal nur noch...
....Mensch sein, so wie ihr.. in euren Massen untergehen,
weil ich euch im Grunde doch beneide...
Nur ganz am Ende werd' ich...
..noch einmal - ein allerletztes Mal -
der Esse Glut entfachen...
im Funkenregen dann ein Herz
aus schwarzem Stahl mir schmieden
und es noch stets an meiner Brust verwahren,
wenn man mich auf off'nem Felde
auch längst hat aufgebahrt...
So bleibt nach meinem Tode,
in einer Walstatt aus Gebeinen,
ein stählern' Herz nicht ewig kalt,
die ersten Sonnenstrahlen schenken Wärme,
jenem, dem's im Leben niemals galt."

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Wettrudern in der Midlife-Crisis..
sturmwanderer, 00:05h
Vorab - ich entschuldige mich für den englischen
Ausdruck im Titel, aber "Krise im mittleren Lebens-
abschnitt" klang nun doch so sehr gestelzt, dass
ich darauf getrost verzichten konnte.
Ich bin 31 Jahre alt, Borderliner, berufstätig,
beziehungsuntätig, Besitzer eines besonders
beratungs- und wartungsintensiven Fahrzeugs
und Bewohner eines ebenso bedürftigen Eigenheims.
Hielt ich es früher noch mit Neil Young, den bereits
ein gewisser Herr Cobain zitierte ("It's better to burn
out than to fade away"), so scheine ich mittlerweile
gefangen im Geflecht aus diktierten Notwendigkeiten und den süßen Verheißungen der Zerstreuungsindustrie.
Impulsdurchbrüche sind momentan nur noch jene
Leuchtfeuer am Horizont, welche man nicht mehr
gewillt ist zu erreichen.
Sollte man an ihnen dennoch, unter dem
monotonen Ruderschlag der alltäglichen Routine,
ab und an vorbeigleiten, so betrachtet man die Flammen spöttisch, wertet sie als bloßen Anachronismus, wird bei ihrer Berührung jedoch
erfüllt von jener Sehnsucht nach dem bewussten Erleben des Schmerzes.
Aber Schmerz ist eine Droge, sein ritualisiertes
Wahrnehmen verlangt Konstanz, nicht zwingend
eine stetige Steigerung der Dosis.
Alsbald reift die Erkenntnis heran, dass man auch
hier Gewöhnungseffekten unterliegt,
und immer häufiger die lodernden Flammen
aus Furcht vor allzu Bekanntem
geschickt umschifft werden.
Die verzehrende Hitze des Feuers wird gemieden,
es locken die in diffuses Nebelgrau gehüllten
Gestade der Apathie.
Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, dass man
als Grenzgänger mit etwa 30 Jahren meistens
"über'n Berg" sei.
Entweder hat man bis dahin freiwillig die Barkasse "Mein Leben" durch einen beherzten Sprung in die Fluten verlassen oder hockt noch immer an den Riemen, manche eben noch ein wenig ziel- und inzwischen auch antriebsloser als in den Jahren davor.
Die Fahrt wird weitergehen, heute will ich aber
zunächst einmal den Anker werfen.
Ausdruck im Titel, aber "Krise im mittleren Lebens-
abschnitt" klang nun doch so sehr gestelzt, dass
ich darauf getrost verzichten konnte.
Ich bin 31 Jahre alt, Borderliner, berufstätig,
beziehungsuntätig, Besitzer eines besonders
beratungs- und wartungsintensiven Fahrzeugs
und Bewohner eines ebenso bedürftigen Eigenheims.
Hielt ich es früher noch mit Neil Young, den bereits
ein gewisser Herr Cobain zitierte ("It's better to burn
out than to fade away"), so scheine ich mittlerweile
gefangen im Geflecht aus diktierten Notwendigkeiten und den süßen Verheißungen der Zerstreuungsindustrie.
Impulsdurchbrüche sind momentan nur noch jene
Leuchtfeuer am Horizont, welche man nicht mehr
gewillt ist zu erreichen.
Sollte man an ihnen dennoch, unter dem
monotonen Ruderschlag der alltäglichen Routine,
ab und an vorbeigleiten, so betrachtet man die Flammen spöttisch, wertet sie als bloßen Anachronismus, wird bei ihrer Berührung jedoch
erfüllt von jener Sehnsucht nach dem bewussten Erleben des Schmerzes.
Aber Schmerz ist eine Droge, sein ritualisiertes
Wahrnehmen verlangt Konstanz, nicht zwingend
eine stetige Steigerung der Dosis.
Alsbald reift die Erkenntnis heran, dass man auch
hier Gewöhnungseffekten unterliegt,
und immer häufiger die lodernden Flammen
aus Furcht vor allzu Bekanntem
geschickt umschifft werden.
Die verzehrende Hitze des Feuers wird gemieden,
es locken die in diffuses Nebelgrau gehüllten
Gestade der Apathie.
Irgendwo habe ich mal aufgeschnappt, dass man
als Grenzgänger mit etwa 30 Jahren meistens
"über'n Berg" sei.
Entweder hat man bis dahin freiwillig die Barkasse "Mein Leben" durch einen beherzten Sprung in die Fluten verlassen oder hockt noch immer an den Riemen, manche eben noch ein wenig ziel- und inzwischen auch antriebsloser als in den Jahren davor.
Die Fahrt wird weitergehen, heute will ich aber
zunächst einmal den Anker werfen.
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